Mondblume

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Einmal ein Stern sein

Im gemächlichen Erwachen des Morgens
einmal ein Stern sein,
der still und in ewiger Geduld
dem Lied der auflebenden Natur lauscht.
Glänzend, als einer von vielen unsichtbar und wartend
die unerschütterliche Hoffnung eines Neubeginns beobachten
und atmen den zärtlichen Hauch der immer Wiedergeborenen,
um schließlich von der Wärme des Tageslichts verabschiedet
in die Vergessenheit der Nacht zurückzukehren, getröstet.
Wenn ich deiner gedenke,
will ich mit der geduldigen Ruhe jenes Sternes
das Leben betrachten, Frieden finden.

Wintersonne

Im Morgenkuss der Sonne
glitzern zarte Eissterne wie winzige Brillianten,
ummanteln im verlassenen Spinnennetz
unfruchtbare Samen,
fast wie Erinnerungen an Entschlafenen haften,
so schön und kalt und irgendwie auch
traurig.

Wenn’s dämmert

Wenn’s dämmert
und dein Mondscheinkörper
still und bar im Seidenlaken ruht
mal’n Schatten sich durchs Fensterkreuz
auf deine Glieder, narbengleich.

Momente nur
färbt Sonnenmut den Raum
und deine Haut erglüht warmherbstlich;
in deinen Blicken brennen Flammentropfen
schwer und einsam, immer wieder.

Wenn’s dämmert
und dein Mondscheinkörper
still und bar im Schattenkerker ruht
mal’n Bilder aus verdrängten Zeiten
sich in dein Sehnen, narbengleich.

In Erinnerung

Die Erinnerung ist wie ein Traum
ein Film in Sepiatönung
mit grobkörnigem Rauschen
in ungetrübter Idylle
denn in Erinnerung ist alles schön
und undeutlich

verschleierte Gesichter lächeln
verschwommene Hände winken
und winken und lächeln doch nicht mehr
in der Realität

am Ende der Erinnerung stirbst du
noch einmal
und immer wieder
stirbst du
und stirbst doch nie…