Im Schatten des Mondes
Im Schatten des Mondes entschwinden
bald all die tiefen Sorgen
was du am Tage musst empfinden
bleibt nun im Nachtgewand verborgen.
Schon wiegt sich Nebel auf die Lider
und schwere Farben weichen
sanft schweben Silberschleier nieder
um deine glüh’nde Stirn zu streichen
Und legen kühl sich auf dein ganzes Sein
entzieh’n ihm bitt’re Wärme
um dass du ruhen magst, von Regung rein
wie alle and’ren Sterne.
Moment des Glücks
Manchmal stürzt auf mich herab
ein Moment des Glücks
zerbrechlich wie ein Tropfen
ist er plötzlich da
fällt auf mein Haar und gießt von dort sich
Stück um Stück in mein gesamtes Sein
fühl’ ich das Schöne, was ich sah
endlich in meinen Adern
und atme zitternd ein
wenn mich das Glück im Innersten erreicht
und ich für einen Augenblick
alles vergessen weiß
wenn tiefe Rührung
Überwältigung
mein Herz erweicht
dann möcht’ ich manchmal weinen.
Schmetterlingsflügelreich
sanft balancierende augenlider,
so schmetterlingsflügelgleich
mit ihren leicht geschwungenen wimpern
so schmetterlingsflügelgleich,
und selbst doch um so viel farbloser als
des schmetterlings flügelreich,
umflattern sie die bunten pforten
des menschlichen tränenreichs.
(19.03.2009)
Augenblick
Ein Augenblick
Der ungeachtet schon vergeht
Man spürt ihn kaum
Kann ihn nicht halten
Fortgeweht
Entfernt
Vergessen.
Und klammern wir auch fest die Zeit
Wir können ihn nicht halten
Den Augenblick
Ein Zwinkern nur
Und schon ist er vergangen.
(29.04.2008)
Manchmal so schlaflos
Manchmal so schlaflos, so leer
starre ich auf mein Papier,
suche nach Antworten,
such’ heimlich und offenbar
auch nach mir.
So häufig getrieben von Sehnsucht nach mehr
starre ich auf mein Papier,
weck’ heimlich und offenbar
die Begier
nach Worten,
nach Antworten in mir.
Meistens so ungnädig, so leer
wartet auf mich das Papier,
bleibt heimlich und offenbar
schweigend, doch bedeutungsschwer
vor mir so leer
so leer
so leer.
Einmal ein Stern sein
Im gemächlichen Erwachen des Morgens
einmal ein Stern sein,
der still und in ewiger Geduld
dem Lied der auflebenden Natur lauscht.
Glänzend, als einer von vielen unsichtbar und wartend
die unerschütterliche Hoffnung eines Neubeginns beobachten
und atmen den zärtlichen Hauch der immer Wiedergeborenen,
um schließlich von der Wärme des Tageslichts verabschiedet
in die Vergessenheit der Nacht zurückzukehren, getröstet.
Wenn ich deiner gedenke,
will ich mit der geduldigen Ruhe jenes Sternes
das Leben betrachten, Frieden finden.
Alles vergessen
Augen schließen
um die Vorboten des Frühlings
zu inhalieren
ungefiltert rein und klar.
Breite die Arme aus
und falle ins Abendrot
alles vergessen
neu erwachen.
Zeitwunden
Die Zeit heilt alle Wunden
aber was ist dann
mit all den Gesunden?
Drehen mit den Zeigern
sinnlose Runden
24 Stunden
ans Ticken gebunden
und irgendwann
ist die Freiheit verschwunden
sind die Herzen geschunden
ist die Freiheit verschwunden
ans Ticken gebunden
und alle 24 Stunden
sinnlose Runden
bis die Zeit allen Gesunden
Wunden malt.
Uns suchen
Wir sind hier nicht sicher
du und ich
wo fremde Münder uns küssen, kosten
Überwindung kosten
und wir währenddessen
mit geöffneten Augen
in die Nacht schauen
und suchen
und suchen
uns suchen.
Niemand weiß
Niemand weiß wie der Nebel riecht
wintermorgens vor meiner Tür
wenn ich benommen vom nächtlichen Geräuschpegel
nach Schlüsseln suche
allein
wintermorgens vor meiner Tür
weiß niemand wie der Nebel riecht
wenn ich mit noch feuchtgehauchtem Haar
nach Schlüsseln suche
wintermorgens draußen vor der Tür
allein
in Feinstrumpfhosen und zertanzten Schuhen
immer noch nach Schlüsseln suche
und niemand weiß wie der Nebel riecht
weil ich von Schlafmangel und Kälte zitternd
wintermorgens vor meiner Tür
allein nach Schlüsseln suche
und wieder nichts
und wieder nichts gefunden habe
das mein Herz leichter macht
wintermorgens vor meiner Tür
wenn der Nebel nach Einsamkeit riecht
suche ich nach Schlüsseln
allein.
Wintersonne
Im Morgenkuss der Sonne
glitzern zarte Eissterne wie winzige Brillianten,
ummanteln im verlassenen Spinnennetz
unfruchtbare Samen,
fast wie Erinnerungen an Entschlafenen haften,
so schön und kalt und irgendwie auch
traurig.
Wenn’s dämmert
Wenn’s dämmert
und dein Mondscheinkörper
still und bar im Seidenlaken ruht
mal’n Schatten sich durchs Fensterkreuz
auf deine Glieder, narbengleich.
Momente nur
färbt Sonnenmut den Raum
und deine Haut erglüht warmherbstlich;
in deinen Blicken brennen Flammentropfen
schwer und einsam, immer wieder.
Wenn’s dämmert
und dein Mondscheinkörper
still und bar im Schattenkerker ruht
mal’n Bilder aus verdrängten Zeiten
sich in dein Sehnen, narbengleich.
In Erinnerung
Die Erinnerung ist wie ein Traum
ein Film in Sepiatönung
mit grobkörnigem Rauschen
in ungetrübter Idylle
denn in Erinnerung ist alles schön
und undeutlich
verschleierte Gesichter lächeln
verschwommene Hände winken
und winken und lächeln doch nicht mehr
in der Realität
am Ende der Erinnerung stirbst du
noch einmal
und immer wieder
stirbst du
und stirbst doch nie…
Ein Name im Sand
Mit geheimnisvollen Verheißungen auf fremde Abendröte
und Augen so schwarz und glitzernd wie klare Nächte
zogst du mich in den Bann deiner Wüste
trugst mich unter sengender Hitze über zahlreiche Dünen
stets von fruchtbaren Wasserstellen säuselnd.
Und als du mich fallenließest in leichte Gewänder
rieselten aus deinen Handflächen Sandkörner in meinen Nabel
sie kitzelten wie Flammenstaub auf meiner Haut.
Ein Hauch von Paradiesesluft wenn du mich küsstest
Ambrosia von deinem Mund in meinen…
Ich schloss die Lider da ich sicher mich in deinen Armen wähnte
doch als ich zu mir kam warst du entschwunden.
Und unter mir der blanke kalte Wüstenboden
und über mir nichts als der kahle wunde Wüstenmond
lag ich mit starren Gliedern da und um Jahrzehnte älter.
Ich blieb im schwerelosen Sand deiner Erinnerungen
ein Name nur, das Wort verfliegt.
Nun, da ich auf Asphalt laufe
Als ich nur den Rosengarten kannte,
warst du eine Blume unter vielen.
Nun, da ich auf Asphalt laufe und schlafe,
bist du eine Rose in meinen Erinnerungen
mit Dornen und einzigartigen Blättern,
eine der wenigen Blumen, die l(i)eben.