Mondblume

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Wenn’s alle dürstet

Es ist die Zeit der langen Dürre
des Regens Rauschen scheint ein Hirngespinst
wo das Gesicht der Mutter Erde
zerfurcht von tiefen Rissen liegt
und hungrig noch ein Schädel blinzt
vom Durst vorhin besiegt

dort träumt man nicht von Stolz und Würde
von Liebe und Begeisterung
man lechzt mit trock’nen Mündern bloß
nach jedem Tropfen Blut

denn fremdes Sterben bringt Erleichterung
und Mord heißt Gnadenstoß
wenn’s alle dürstet wird das eig’ne Leid
zum einzig absoluten.

Vergiftet

Vom Sonnenuntergang vergiftet
Du
mit glüh’nden Lichtpigmenten
in deinen Adern wie Rubine
ich seh’s auf deiner Hautlandschaft
dort glüht ein ganzes Firmament
mit großen und mit kleinen Sternen
du wirst ein Himmelszelt
mit jedem Atemzug ein weit’res Licht
ein weit’rer glüh’nder Punkt
blickst du verbrennend zu mir auf
und explodierst
durch mich hindurch
in eine and’re Welt.

Fallen

Die Welt verdreht, du fällst kopfüber
ein Sternenschweif dein Elfenleib
brennt Angst in dir wie Tollkirschfieber
und macht dich schwach mit Übelkeit

versuchst zu greifen, ja zu halten dich
doch musst schließlich aufgeben
den freien Fall besiegst man nicht
mit panikvollem Streben.

Zu kraftlos zum Schreiben
drehe ich mich um die eigene Achse
die Augen geschlossen
Musik wird laut
leise

für einen Moment
ist das Herz schwerelos
Gedanken und Gefühle
verwirbelt
zeitlos

atemlos
zu Boden
und alles
im Rückwärtsgang
an einem Stück
zurück.


Wünschen

Ich wünschte
das Glitzern von Mädchenaugen
glimmerte zurück in meine Welt

wo Sinnlichkeit dem Leben seinen Sinn gab
und im Morgen nicht die Angst lag
die das Gestern im Verborgenen gebar

wo im Verborgenen noch Träume schlummerten
verheißungsvoll und aufbegehrend
nicht Sorge und Gefahr wie nun

und wo Gefühl und Emotion in Chaos stürzten
das Sein im Ausbrechen zerbrach
und nicht am Monotonen

wo Gedanken an ein Ende
doch immer nur den kleinen Tag betrübten
und immer nur den eigenen

und wo Bestreben alles zu Erleben
noch nicht das wahre Leben hemmte

wo ruhelos und rastlos noch Erblühen hieß
und Wünsche noch erfüllbar schienen

wünsch ich, hätt ich mehr gewünscht.

Des Nachts

Des Nachts
sei mein Meer,
das dunkle Meer,
auf dem wie flüssige Seide
das Silber des Mondes wogt.
Lass mich eintauchen,
spüle den Staub verglühter Sterne
von meinen schweren Schultern -

Und in der Stille von Jahrhunderten,
sollst du mich sanft
durch die Unendlichkeit tragen.


(15.02.2010)

Nachtmahr

Schwereloser Taumeltanz
die Nacht ist schwül
doch furchtbar kalt.
Atemlose Feuerzungen
schreien ruhelos nach mehr;
Schneesturm fleht nach Todesreigen
“Bitte, bitte!” - und verklungen.

Mottenflügelstaub -
verklebte Augen;
Erdbeersirup von
geschwoll’nen Lippen.

Schwarze Traumfangarme
greifen unbemerkt ins Leere
Wüstenstaub -
versperrte Lungen.
Kristall’ne Tränen
fallen in verschmutzte Meere,
die Glut erlischt,

ich explodiere.

(30.11.2008)

Im Schatten des Mondes

Im Schatten des Mondes entschwinden
bald all die tiefen Sorgen
was du am Tage musst empfinden
bleibt nun im Nachtgewand verborgen.

Schon wiegt sich Nebel auf die Lider
und schwere Farben weichen
sanft schweben Silberschleier nieder
um deine glüh’nde Stirn zu streichen

Und legen kühl sich auf dein ganzes Sein
entzieh’n ihm bitt’re Wärme
um dass du ruhen magst, von Regung rein
wie alle and’ren Sterne.

Moment des Glücks

Manchmal stürzt auf mich herab
ein Moment des Glücks
zerbrechlich wie ein Tropfen
ist er plötzlich da
fällt auf mein Haar und gießt von dort sich
Stück um Stück in mein gesamtes Sein

fühl’ ich das Schöne, was ich sah
endlich in meinen Adern
und atme zitternd ein
wenn mich das Glück im Innersten erreicht
und ich für einen Augenblick
alles vergessen weiß

wenn tiefe Rührung
Überwältigung
mein Herz erweicht
dann möcht’ ich manchmal weinen.

Sonnengold

Ich begehre das Gold der Sonne
In meinem Inneren zu tragen,
Dass es von dort heraus
Mein Sein in Glänzen taucht
Und deine Welt mit Licht erfüllt.

Schließ’ deine müden Augenlider
Und tauch’ ins Sonnenlicht sie ein!
Erkennst du, was mich sehnend macht?

Ich begehre das Gold der Sonne
In meinem Inneren zu tragen,
Damit in dunkler Winternacht
Mein Sein in Silber dir erscheint,
Gleich dem Mond Dank Sonnes Strahlen.

Mein Licht soll alle Unwürdigen blenden
Und alle Würdigen mit Wärme füll’n,
Ich möchte deine ungerechte Welt
Mit feinem Sonnengold bestäuben.

(04.05.2008)

träumte wieder
eine welt fernab der unsren
auch dort schlug mein herz in einer brust
auch dort schlug schmerz sich in ihr nieder
doch sie, die nicht ich war, liebte
und hatte nicht gewusst
dass sie träumte, wieder
so wie ich.