Schneesterne
Küsstest mich mit Lippen voll Sand,
doch auf deiner Zunge
lagen Schneesterne,
die auf meiner Haut zu Tränen schmolzen
und glitzerten
wie deine Augen.
Deine Liebe
Deine Liebe schmeckt
schwer wie Blut
in meinem Mund.
Wenn du mich hältst,
mit uferlosen Armen,
glaube ich in dir zu ertrinken,
bis du mich verschlingst
wie ein Flammenturm
und hungrig nach meinem Atem
tief in mir versinkst.
Ernähre mich
Pflücke deine Worte
wie für die Ewigkeit getrocknete Blüten
durch die unendlich Nektar fließt
süß und heiß, lebendig.
Und drück’ sie an mein Herz
heimlich
dein Blut zu kosten
zu schmecken was du fühltest
was du sahst und niemand sonst.
Bestäube meine Seele
mit unsichtbaren Küssen
bis sie erzitternd
Blütenstaub gebiert.
Entwurzelt
Vom Meerhauch ummantelte
Sandkörner an den Knöcheln
schmirgeln sich
wie Silben wahrheitsloser Worte
in die Wunden
wundgeschwieg’ner Mauern.
Sinnenthobene Schritte
sinnsuchender Meerfrauenbeine
zeichnen auf
taube Zungen kontaminierter Ozeane
keine Spuren.
Nur zarte Male von Entwurzelung.
(22.04.2011)